Gepostet von am 10. November 2017 im Allgemein | Keine Kommentare

71 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen diesen Donnerstag am dritten Enterprise Risk Summit 2017 in Zug am IFZ teil. Im Zentrum standen vor allem Referate rund um die Integration von ERM in die Unternehmensstrategie, wobei spannende Einblicke in verschiedene Unternehmen gewährt wurden. Zudem stellte Prof. Dr. Stefan Hunziker – basierend auf der Enterprise Risk Management Studie (2016) – den aktuellen Stand des Einbezuges der Risikomanager in den Strategieentwicklungsprozess vor.

 

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Die Konferenz eröffnete Prof. Dr. Stefan Hunziker. In seinem Vorwort beschäftigte er sich mit der kritischen Frage, ob risikorelevante Informationen tatsächlich in die Entscheidungsprozesse von Unternehmen einfliessen. Risk Management kann nur dann sein Wertpotential entfalten, wenn es zum Tool des Managements und Verwaltungsrats wird. Zudem verwies er kurz auf die erste Enterprise Risk Management Studie zum Risikomanagement in Schweizer Unternehmen. Die Studie analysiert den aktuellen Stand des Risikomanagements anhand des COSO Framework «Enterprise Risk Management – Aligning Risk with Strategy and Performance». Die Auswertungen zeigen u.a., dass nur knapp die Hälfte der Risikomanager regelmässig in den Strategieentwicklungsprozess miteinbezogen werden. Hier besteht also grosses, brachliegendes Aufholpotential.

Unbenannt

Alle weiteren Resultate und Zugang zur gesamten Studie finden sie hier.

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Weiter Eindrücke vom Summit finden Sie in unserm Flickr Album.

Das weitere Programm war vor allem geprägt von detaillierten Einblicken und spezifischen Herausforderungen aus Sicht der CRO’s von verschiedenen Schweizer Unternehmen:

  • Patricio Verdieri (CRO Zurich Switzerland & Zurich Life Insurance Company Ltd.) fokussierte sein Referat auf die Einbettung des Risikomanagements in den Strategie- und Planungsprozess anhand des ORSA. Dabei sieht er die Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Einbettung in der Organisation, den Fähigkeiten, der Kommunikation, den Entscheidungsprozessen und den Risikomanagement Prozessen. Ein entscheidendes Merkmal bei der organisatorischen Einbettung des RM in den Strategieprozess ist die funktionale Integration des Risk Manager als echter Business Partner. Dabei soll der Risk Manager seine Aufgaben der 2. Line of Defense erfüllen, aber auch Mut, die eigene Meinung fundiert einzubringen, haben.
  • Philipp Lanz (Partner und Head Risk Advisory GSA EY) demonstrierte zusammen mit Peter Neumann (EY) was für Auswirkungen die Digitalisierung, IoT, Analytics und Robotics mit sich bringen. Dabei wurden auf Chancen und Gefahren von Cloud Computing, IoT, Robotic Process Automation (RPA), Blockchain und Artificial intelligence (AI) eingegangen. Als zentrales Element kristallisierten sich immer wieder die Gefahren von Cyber Attacken und die technologische Grundsicherheit dieser Systeme heraus.
  • Roland Kläy (CRO Aargauische Kantonalbank) verdeutlichte mit seinen Ausführungen die Einführung eines Frameworks für die Risikotoleranz und den Risikoappetit bei einer Universalbank. Er zeigte, wie der Verwaltungsrat die Risikotoleranz unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit festlegt und die GL (inkl. CRO) daraus die Risikolimiten für die Gesamtbank und die verschiedenen Bereiche ableitet.
  • Daniel Vaterlaus (CRO Georg Fischer AG) brachte den Teilnehmenden die Verbindung der Strategie und ERM bei Georg Fischer näher. Dabei stellt bei GF unter anderem die Akzeptanz von ERM auf Stufe Konzerngesellschaft eine grosse Herausforderung dar. Indem die Risk Maps vom jeweiligen Geschäftsführer zwingend unterzeichnet werden müssen, konnte dem etwas entgegengewirkt werden. Weitere Herausforderungen für das ERM sind die ungenügende Involvierung der Leiter Geschäftseinheiten der Divisionen, die Aggregation und Korrelation von Risiken sowie das Chancenmanagement.
  • Ernst Bachmann (Head Group Risk Management, Aduno Gruppe) verdeutlichte in seinen Ausführungen, wie Risikomanagement als Element der Management-Entscheidungsprozesse wahrgenommen werden kann. Dabei ist für die Aduno Gruppe entscheidend, dass
    • Entscheidungsprozesse bekannt sind und verstanden werden.
    • das Informationsbedürfnis der Entscheidungsträger bekannt ist.
    • die Verantwortung für Risiken und Entscheidungen auf die richtige Stufe gebracht wird.
    • Offenheit und Kompromissbereitschaft für die Zusammenarbeit mit Prozess-Stakeholdern besteht.
    • das Rollenverständnis entlang der Lines-of-Defense gewahrt wird.

Weitere spannende Eindrücke vom Summit, erhalten sie in den folgenden Blogbeiträgen der kommenden Wochen.

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